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Bennetgård - Bauwerk

Von außen wirkt das weiß getünchte ehemalige Wohnhaus des Hofs eher unscheinbar, doch tatsächlich ist dieser Ort einmalig in der Welt: Bennetgård ist ein Erholungsheim für dänisch Gesinnte im Ausland, was in der Praxis so viel bedeutet wie dänisch gesinnte Südschleswiger. Jedes Jahr besuchen etwa 150 ältere Südschleswiger Bennetgård und genießen 14 Tage mit frischer Luft in Dänemark, gutes Essen, Gesang und Geselligkeit in historischem Ambiente. Ein belebender Cocktail.

Historischer Hintergrund
„Ihr sollt nicht vergessen sein“ lautete die Botschaft dänischer Politiker an die Dänen, die nach der Volksabstimmung 1920 südlich der neuen Landesgrenze lebten. Seitdem sind zahlreiche Vereine beiderseits der Grenze diesem Versprechen nachgekommen. Eine der Initiativen ist das Erholungsheim in Københoved, das sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut und damit ein sichtbares und lebendiges Beispiel dafür ist, dass der Kampf um Nordschleswig nicht nur in den Geschichtsbüchern steht.

Während der sogenannten „Auslandszeit“ von 1864 bis 1920 dienten die Räume Bennetgårds als Versammlungsort. Die deutschen Gendarmen waren bei öffentlichen Veranstaltungen immer anwesend und beobachteten, was vor sich ging. Doch die Privaträume mit ihrer langen Außenmauer aus Feldsteinen ohne Fenster machten den Gendarmen die Überwachung schwer. Von außen ist die Feldsteinmauer an der Nordseite des Gebäudes zu sehen.

Die Initiatorin
Das Erholungsheim wurde 1936 auf Initiative von Jutta Kloppenborg-Skrumsager eingerichtet. Sie war auf dem Hof geboren und aufgewachsen und hatte den nationalen Kampf um Nordschleswigs Zugehörigkeit zu Dänemark mit der Muttermilch aufgesogen. Ihr Vater, Jørgen Nielsen Hansen Skrumsager, war einer der Gründer des Sprachvereins (Sprogforeningen) und von 1860 bis 1920 in diesem Kampf engagiert. Ihr Bruder war Hans Diderik Kloppenborg. Im Erwachsenenalter lebte Jutta in Kopenhagen und arbeitete von dort aus für die nordschleswigsche Sache. 1931 erbte sie den elterlichen Hof und hielt in den darauffolgenden fünf Jahren Vorträge, um Geld für die Gründung eines Erholungsheims für Auslandsdänen zu sammeln. Der ursprüngliche Gedanke war nämlich, auch beispielsweise Emigranten aus Amerika einen Aufenthalt im Erholungsheim zu ermöglichen. Heute ist der Verein „Dansk Sundhedstjeneste for Sydslesvig“ (Dänischer Gesundheitsdienst für Südschleswig) für die Zuteilung der Aufenthalte zuständig.

Das Erholungsheim Bennetgård ist noch immer eine eigenständige Institution. Ihre finanzielle Lage ist von den Geldspenden abhängig, die der ehrenamtliche fünfköpfige Vorstand von Privatleuten, Legaten und Stiftungen sammelt. So hat u. a. 2001 die Stiftung A.P. Møller Fonden mit DKK 2,5 Mio. zur Renovierung beigetragen. Ein Vorstandsmitglied ist als Hauswirt für den täglichen Betrieb zuständig.

Die Geschichte des Hofs lässt sich bis etwa 1690 zurückverfolgen. Der Name Bennetgård stammt von Bennet Olufsen, der von 1761 bis 1802 Eigentümer des Hofs war.

Entfernung
Wanderroute Ochsenweg 1,9 km
Radtour Ochsenweg  0 km